Glaube

Mit Leib und Seele

  • Dauer: 60 Minuten

  • Alter: Ab 10 Jahren

  • Material: Kerze, Karten mit Gefühlen, Glocke, Fragebögen (siehe Download), Kugelschreiber, Karten für das Trimory-Spiel (siehe Download)

Grundhaltungen im Gottestdienst besser verstehen

Im Gottesdienst sind alle Sinne angesprochen und der ganze Körper ist in Aktion. Gehen, Stehen, Sitzen, Knien, manchmal sogar Liegen:
Alle diese Körperhaltungen helfen dabei, den Gottesdienst mit Leib und Seele zu erfahren. In dieser Gruppenstunde geht es darum, wie sich Körperhaltung und innere Haltung gegenseitig beeinflussen.

Ablauf

Einführung
  5 Minuten

Warming up
  10 Minuten

Teamerfahrung: Haltungen einnehmen
 10 Minuten

Fragebogen und Austausch
 15 Minuten

Trimory
15 Minuten

Lied zum Abschluss
  5 Minuten

Detaillierter Ablauf

Einführung

Versammelt euch im Kreis, eventuell um eine Kerze. Dann leitest du die Gruppenstunden mit den Worten ein:

Bist du schon mal vor Freude gehüpft und konntest gar nicht mehr damit aufhören? Oder warst du schon mal so traurig, dass du mit hängendem Kopf und gesenkten Schultern durch die Welt gegangen bist? Nicht nur dein Gesicht kann deine Gefühle und Stimmungen zeigen. Sie drücken sich genauso durch Gesten und Körperhaltungen aus. Der ganze Körper spricht. Darum geht es in unserer Gruppenstunde heute.

Warming up

Bitte deine Messdiener, verschiedene Gefühle pantomimisch darzustellen. Du zeigst einem von ihnen eine Karte mit einem Adjektiv, das er den anderen vorspielt. Die anderen versuchen, das dargestellte Gefühl zu erraten. Danach wechselt ihr den Vorspieler.
Hier ein paar Vorschläge für Gefühle und Stimmungen, die ihr beliebig ergänzen könnt: fröhlich, traurig, neidisch, wütend, enttäuscht, zornig, dankbar, ängstlich, erstaunt, angewidert, staunend...

Teamerfahrung: Haltungen annehmen

Im Gottesdienst spricht der Körper genauso. In vielen kleinen Zeichen wie dem Kreuzzeichen und der Kniebeuge, aber auch durch ganz grundsätzliche Körperhaltungen. Welche Körperhaltungen im Gottesdienst fallen euch ein?

Bitte deine Messdiener, Haltungen im Gottesdienst zu nennen. Fasse dann zusammen:

In den meisten Gottesdiensten nehmt ihr vier Körperhaltungen ein: Schreiten, Stehen, Sitzen, Knien. Bei ganz wenigen Gottesdiensten kommt noch das Liegen dazu. Wir drücken mit den Haltungen aus, was in unserem Innersten passiert. Zugleich regen wir die Menschen in der Gottesdienstgemeinde an, dass sie ebenfalls zum richtigen Zeitpunkt die jeweils angemessene Haltung einnehmen. Umgekehrt kann es ein Gefühl bei uns auslösen, wenn wir eine bestimmte Haltung einnehmen. Wir versuchen einmal herauszufinden, wie sich diese Haltungen anfühlen und was sie bei uns auslösen.

Bilde nun Teams. Jedes Team bekommt jeweils eine Körperhaltung als Aufgabe:

Jeweils eine Gruppe schreitet, steht, sitzt, kniet und liegt. Ihr habt jetzt gleich die Möglichkeit, eure Körperhaltung einzunehmen. Zwischen dem Glockenklingeln habt ihr drei Minuten Zeit. Probiert vielleicht verschiedene Arten eurer Haltung aus, hört auf euren Körper und merkt euch, was euch durch den Kopf geht.

Bitte die Gruppen, im Raum zu bleiben, aber Abstand voneinander zu halten. Die Sitz-Gruppe braucht zwei Stühle. Läute die Glocke, gib deinen Messdienern dann drei Minuten zum Ausprobieren, beende die Einheit mit einem erneuten Glockenzeichen.

Fragebogen und Austausch

Bitte deine Ministranten, sich wieder im Kreis zu versammeln. Du leitest die nächste Aufgabe ein:
Ich habe für jede Gruppe einen Fragebogen vorbereitet. Schließt euch wieder mit eurem Team zusammen und blickt zurück auf die drei Minuten mit eurer Körperhaltung. Wie ist es euch dabei ergangen? Füllt den Fragebogen aus.

Der Fragebogen, den du im Downloadbereich auf miniboerse-online findest, ist folgendermaßen aufgebaut:

  • So geht es mir nach diesen drei Minuten:
    • Ich bin entspannt (Skala: gar nicht / ein bisschen / mittel / ziemlich / sehr)
    • Ich bin verkrampft
    • Ich habe Schmerzen
    • Ich bin konzentriert
    • Ich bin müde
    • Ich bin verwirrt
    • Ich habe etwas gelernt
  • In mir hat die Haltung etwas ausgelöst, nämlich ...
  • Diese Haltung ist praktisch, wenn ...
  • Am liebsten möchte ich in dieser Haltung sein, wenn ...
  • Um besonders gut in dieser Haltung sein zu können, brauche ich ...
  • Im Alltag nehme ich diese Haltung ein, wenn ...
  • Niemals werde ich diese Haltung einnehmen, wenn ...
  • Wenn andere mich so sehen, denken sie, dass ...
  • Mir ist klargeworden, dass ...

Nach dem Ausfüllen erzählt jedes Team kurz von seinen Erfahrungen mit der Übung. Überlegt dann gemeinsam für jede Haltung, wann ihr sie im Gottesdienst einnehmt. Warum gehören sie an diese Stelle? Nehmt dafür eure Erfahrungen aus der Partnerarbeit als Grundlage.

Trimory

Unser Alltag und die Zeichen im Gottesdienst haben miteinander zu tun. Das haben wir schon herausgefunden. In einem Spiel versuchen wir, die fünf Haltungen den passenden Alltagssituationen und den passenden Gottesdienstsituationen zuzuordnen.

Du legst die 15 Karten verdeckt aus. Dann erklärst du die Spielregeln. Anders als beim bekannten Gedächtnisspiel mit einem ähnlichen Namen deckt der erste Spieler drei Karten auf und liest die Texte vor. Auf den roten Karten ist eine von fünf Körperhaltungen dargestellt, auf den blauen Karten die Bedeutung im Alltag und auf den gelben die Bedeutung im Gottesdienst. Wenn die drei aufgedeckten Karten zusammengehören, darf der Spieler sie behalten und legt sie offen vor sich hin. Wenn nur zwei Karten oder gar keine zusammenpassen, ist der nächste Spieler an der Reihe. Wenn auf dem Spielfeld keine Karten mehr übrig sind, können die Dreiersets sortiert und auf ein Plakat geklebt werden.

Lied zum Abschluss

Zum Ende der Stunde könnt ihr zusammen ein Lied singen, zum Beispiel „Bewahre uns Gott“ oder „Du bist der Atem der Ewigkeit“.

Dieser Artikel stammt aus:
Ausgabe 2017/3

Vorbereitung

Lege das Material bereit. Stell sicher, dass der Raum für die Gruppenstunde nicht zu klein ist. Ideal ist ein Raum mit Teppichboden.

Die Plattform ministranten.de ist ein umfangreiches kostenloses Angebot für alle, die Gruppen leiten.

© Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz, afj