Glaube

Wer genießen kann, beherrscht die Kunst des Lebens!

  • Dauer: 50 Minuten

  • Alter: Ab 9 Jahren

  • Material: Bilder der Sinnesorgane, Bibel, Räucherstäbchen, Naturgeräusche mit Abspielmöglichkeit, Anleitung für die Wettermassage, vier Teller, Schokolade, Obst, Käse, Würstchen

Eine Gruppenstunde zur genussvollen Erfahrung unserer Sinne

Der Genuss ist eine Empfindung, die wir über unsere Sinne erfahren. Im Alltag erfüllen unsere fünf Sinne – Hören, Riechen, Sehen, Schmecken und Tasten – wichtige Aufgaben, damit wir gut zurechtkommen. Doch unsere Sinne sind nicht nur von nützlicher Natur. Sie lassen uns auch schöne Dinge genießen: Eine duftende Rose, ein süßes Vanilleeis, unser Lieblingslied, eine sanfte Berührung, eine schöne Aussicht. Diese Gruppenstunde will euch die Sinne näherbringen und jeden Sinn zum Genießen bringen.

Ablauf

Einleitung
  2 Minuten

Biblischer Einstieg
  5 Minuten

Unsere Sinne kennenlernen
 20 Minuten

Genießen mit allen Sinnen
 20 Minuten

Abschluss
  3 Minuten

Detaillierter Ablauf

Einleitung

Heiße deine Minis zur heutigen Gruppenstunde willkommen und führe sie in das Thema ein:
» Heute dreht sich alles um das Genießen und unsere fünf Sinne. Wir brauchen sie, um unsere Umgebung wahrzunehmen und um uns im Alltag zurechtzufinden. Riechen, Sehen, Schmecken, Tasten und Hören sind überaus nützlich! Doch das ist nicht alles. Mit unseren Sinnen können wir Dinge genießen. Dinge, die das Leben schön und den Alltag abwechslungsreich machen. All das wollen wir in der kommenden Stunde selbst erfahren. «

Biblischer Einstieg

Leite zur Bibelstelle über:
» Man mag es kaum glauben – aber bereits in der Bibel finden sich Anhaltspunkte dazu, dass wir das Leben mit all unseren Sinnen genießen dürfen und sollen. Denkt einmal an die Hochzeit zu Kana. Jesus verwandelt in dieser Erzählung Wasser in den köstlichsten Wein, den die Hochzeitsgäste genießen dürfen. Ein anderes Beispiel finden wir im 1. Brief des Apostels Paulus an Timotheus. «

Trage die Bibelstelle 1 Tim 4,1–5 vor:
» Der Geist aber sagt ausdrücklich: In späteren Zeiten werden manche vom Glauben abfallen; sie werden sich betrügerischen Geistern und den Lehren von Dämonen zuwenden, getäuscht von heuchlerischen Lügnern, deren Gewissen gebrandmarkt ist. Sie verbieten die Heirat und fordern den Verzicht auf bestimmte Speisen, die Gott doch dazu geschaffen hat, dass die, die zum Glauben und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangt sind, sie mit Danksagung zu sich nehmen. Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut und nichts ist verwerflich, wenn es mit Dank genossen wird; es wird geheiligt durch Gottes Wort und durch das Gebet. – 1 Tim 4,1–5

Erkläre anschließend weiter:
» Paulus fordert uns dort geradezu dazu auf, all die köstlichen Dinge, die Gott geschaffen hat, zu genießen! Es heißt, Gott hat sie genau dafür gemacht, dass wir uns an ihnen erfreuen. Die einzige Bedingung ist, dass wir dankbar sein sollen für das, was er uns gibt – aber das sollte für uns selbstverständlich sein. Gott möchte, dass es uns gut geht. Er möchte, dass » wir seine Schöpfung in vollen Zügen genießen. Und wie genau wir das tun können, wollen wir nun erfahren. «

Unsere Sinne kennenlernen
Nacheinander stellst du nun die einzelnen Sinne vor. Lege immer zunächst das Bild in die Mitte und frage deine Minis, um welchen Sinn es sich hierbei handelt. Fahre dann mit dem kleinen Erläuterungstext fort.
Genießen mit allen Sinnen

Wenn alle Bilder in der Mitte liegen, bittest du deine Minis, sich falsch herum auf den Stuhl zu setzen, sodass ihr Rücken in die Mitte zeigt. Dann zündest du die Räucherstäbchen an und stellst sie in die Mitte:
» Nachdem wir nun alle fünf Sinne kennengelernt haben, wollen wir sie nun direkt ansprechen und einfach nur in Ruhe genießen. Macht es euch bequem. Schließt die Augen, nehmt den Geruch wahr und genießt die Stille. «

Nach ein paar Minuten kannst du die „Musik“ mit den Naturgeräuschen leise im Hintergrund starten:
» Unsere Ohren vermitteln uns nun, dass wir uns im Wald / am Meer befänden. Traut euren Ohren und lasst euch darauf ein. Vor eurem inneren Auge erscheinen sicherlich Bilder, die zu diesen Klängen passen. Werft allen Ballast, alle Sorgen des Alltags ab und nehmt euch die Zeit, euch im Wald / am Strand umzuschauen ... «

Nach ein paar weiteren Minuten gehst du nun von Mini zu Mini und „verwöhnst“ jeden mit einer kleinen sogenannten Wettermassage: Ahme die Sonne (Hände warmreiben und auf den Rücken legen), Wolken (Rücken leicht mit den Händen reiben), Regen (mit den Fingerspitzen auf den Rücken klopfen), starken Regen (stärkeres Klopfen), Blitze (einen Finger schnell im Zickzack über den Rücken fahren), Donner (leichtes trommeln mit den Handballen), Wind (leicht Pusten und über den Rücken streicheln), nachlassenden Regen und schließlich erneut die Sonne nach. Kläre vor Beginn, ob es für die Teilnehmerin/ den Teilnehmer in Ordnung ist, dass du sie/ihn am Rücken berührst und welche Berührungen sie/er nicht möchte. Wenn jemand keine Massage genießen möchte, ist das auch okay. Wenn alle Minis, die das wollten, deine Wettermassage genossen haben, kannst du die Musik langsam ausblenden. Deine Minis können die Augen wieder öffnen und sich richtig herum hinsetzen.

» Nun, da wir vollkommen entspannt sind, möchten wir auch unserem Geschmackssinn einen Genuss bieten. «

Stelle nun die kleinen Teller mit Obst, Schokolade, Käse und Würstchen in die Mitte. Deine Minis dürfen sich ganz nach ihrem Geschmack bedienen und nehmen, was für sie ein Genuss ist. Es geht dabei nicht darum, etwas zu essen, weil man hungrig ist, sondern es bewusst im Mund zu spüren und zu genießen. Während ihr genießt, können deine Minis vielleicht noch erzählen, was für sie zum Genießen dazugehört oder wie ein Tag voller Genüsse für sie aussehen würde.

Abschluss

Wenn ihr „zu Ende genossen“ habt, kannst du deine Minis mit folgenden Worten verabschieden:
» Heute haben wir unsere Sinne näher kennengelernt und ganz bewusst mit ihnen genossen – denn das ist ein Geschenk Gottes. Vielleicht hat diese Gruppenstunde euch aufmerksam dafür gemacht, auch im Alltag öfter darauf zu achten, was eure Sinne gerade wahrnehmen. Dann genießt diese Empfindungen und dankt Gott für dieses Geschenk. In jedem Fall wünsche ich euch ein Leben, das ihr in vollen Zügen genießen könnt! «

Unsere Sinnesorgane

  • Hören

    „Mit unseren Ohren hören wir. Wissenschaftlich gesehen ist es die Wahrnehmung von Schallwellen. Diese Schallwellen können ganz unterschiedlich bei uns ankommen: Laut oder leise, hoch oder tief, als angenehm oder unangenehm empfunden. Überlegt einmal: Welche Geräusche sind in unserem Alltag besonders wichtig?“
    Deine Minis können sich frei zu dieser Frage äußern. An dieser Stelle könnten zum Beispiel die Hupe, die Klingel oder das Martinshorn genannt werden.

    Anschließend sprichst du weiter:
    „Wenn wir die Gedanken weg von der Nützlichkeit hin zum Genießen lenken, welche Geräusche, Töne oder Melodien empfindet ihr als besonders schön? Welche Schallwellen könnt ihr genießen?“
    Jeder Mini, der möchte, kann seine eigene Meinung äußern.

    „Stellt euch vor, ihr hättet keinen Hörsinn. Was würdet ihr vermissen?“
    Auch hier können sich alle frei äußern.

  • Schmecken

    „Mit unserer Zunge schmecken wir. Wissenschaftlich gesehen ist es das persönliche Erlebnis von Empfindungen auf der Zunge. Diese Empfindungen gibt es in fünf Kategorien: sauer, süß, bitter, salzig und umami, also herzhaft.“

    Wie beim ersten Sinn stellst du deinen Minis nun nacheinander die folgenden Fragen, zu denen sie ihre Meinung kundtun können:
    „Bei diesem Sinn ist es wahrscheinlich am einfachsten, von Genuss zu sprechen. Welche Speise oder auch Getränke genießt ihr? Stellt euch vor, ihr würdet nichts schmecken. Was wäre anders in eurem Leben?“

  • Sehen

    „Mit unseren Augen sehen wir. Wissenschaftlich gesehen ist es die Verarbeitung von optischen Reizen. Diese Reize gibt es in unzähligen Versionen: Hell oder dunkel, groß oder klein, farbig oder farblos.“

    Auch hier kommst du wieder über Fragen mit deinen Minis ins Gespräch:
    „In welchen Alltagssituationen ist es besonders wichtig, etwas zu sehen?"
    „Welche Dinge, die ihr mit den Augen wahrnehmt, empfindet ihr als Genuss, als besonders angenehm?"
    „Stellt euch vor, ihr wärt blind. Was würdet ihr vermissen?"

  • Riechen

    „Mit unserer Nase riechen wir. Wissenschaftlich gesehen ist es die Wahrnehmung von Gerüchen. Gerüche gibt es in allen Variationen: Etwas riecht lieblich, moderig, blumig, rauchig, nach Chips, nach Grillwürstchen oder nach Abgasen. Mit fast jedem Geruch verbinden wir eine bestimmte Situation oder einer Sache.“

    Stelle deinen Minis wieder Fragen:
    „Womit verbindet ihr den Geruch nach Popcorn?"
    „Womit verbindet ihr den Geruch nach Pferdeäpfeln?“
    „Womit verbindet ihr den Geruch nach gebratenem Speck?“
    „Welche Gerüche sind für euch ein Genuss?“

  • Tasten

    „Wir tasten mit unseren Händen und fühlen mit unserer gesamten Haut. Wissenschaftlich gesehen ist es die Fähigkeit, Berührungen wahrzunehmen. Alles, was wir berühren, fühlt sich unterschiedlich an: Es kann kalt oder warm, hart oder weich, feucht oder trocken sein. Wir können unterscheiden zwischen Dingen, die wir berühren oder Dingen, die uns berühren – wie zum Beispiel eine warme Hand auf unserer Schulter.“

    Auch hier folgen dem Erklärtext wieder deine Fragen:
    „Gibt es Berührungen, die ihr genießt? Oder Dinge, die ihr unheimlich gerne anfasst?“
    „Was glaubt ihr, wie würde unser Leben aussehen, wenn wir keine Berührungen spüren könnten und sich alles gleich anfühlen würde oder wir überhaupt nichts fühlen würden?“

Vorbereitung

Drucke die Bilder der Sinnesorgane aus, die wir für dich online vorbereitet haben, und klebe sie auf bunte Pappen.

Besorge Räucherstäbchen und Naturgeräusche (Wald oder Meer) – zu Letzteren findest du eine große Auswahl auf gängigen Videoplattformen. Mit deinem Smartphone kannst du sie in der Gruppenstunde abspielen.

Mach dich mit der Anleitung für Wettermassagevertraut.

Lege in deiner Bibel bei 1 Tim 4,1–5 in Bändchen ein und bereite außerdem vier kleine Teller vor mit Schokolade, Obst (z. B. Erdbeeren, Kirschen, Äpfel), Käse (kleine Stückchen an Pickern) und Würstchen (z. B. Salamisticks, Mettwürstchen).

Stelle die Stühle in einen Kreis und sorge dafür, dass alle Materialien griffbereit liegen.

Die Plattform ministranten.de ist ein umfangreiches kostenloses Angebot für alle, die Gruppen leiten.

© Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz, afj